Schwul? Na und?!

Kaum war mein Buch als eBook veröffentlicht, so fand ich es bei Amazon in der Rubrik »homosexuelle Fantasy« wieder. Das klingt mir ein wenig zu sehr nach Softporno und ich möchte es nicht unkommentiert im Raum stehenlassen.

Ich bin schwul. Das ist wahr. Einige meiner Figuren sind es auch. Die meisten anderen sind es nicht. Sie leben ihr Leben, so wie ich es tue.

Deswegen greift das Label 'schwul' für mein Buch zu kurz, denn ich mache es nicht zum Thema. Warum sollte ich das auch tun? Die Sexualität der Figuren spielt doch keine Rolle bei der Beantwortung der Frage, ob eine Geschichte gut ist!

Ich schreibe über einen Reporter, der im wissenschaftlichen Umfeld recherchiert und dabei eine unglaubliche Entdeckung macht. Ich schreibe über Morde im Marais (Ja, ich war selbst in Paris und ich liebe diese Stadt!). Ich schreibe über einen Polizisten mit ungewöhnlichen Fähigkeiten und Intuitionen. Ich schreibe über einen Redaktionspraktikanten, der sich im Verlauf der Geschichte unentbehrlich macht. Ich schreibe über eine alte Geheimgesellschaft, deren Aufgabe es ist … aber das würde jetzt zu weit führen. Ich schreibe über das Universum und die Art, wie es aussehen könnte. Im Großen (kosmischer Mikrowellenhintergrund) wie im Kleinen (ein schwerer Unfall im CERN, der vertuscht werden soll). Ich schreibe über den Wissenschaftler, der all das entdeckt und an seiner Erkenntnis fast zerbricht.

Wie sich das alles zusammenfügt, wird Dir im Verlauf der Geschichte, die Du bestimmt mit Spaß lesen wirst, klar werden. Schwulsein und Sex kommen auch vor, aber sie sind nicht tragender Teil der Handlung. Sie sind einfach selbstverständlicher Teil dessen, wie meine Personen miteinander interagieren.

Wer auf viele saftige Pornoszenen hofft, den muß ich enttäuschen. Wer eine spannende Handlung mit unerwarteten Wendungen und interessanten, vielschichtigen Charakteren erwartet, der wird bei mir bestens bedient.

In diesem Sinne grüßt herzlich
Euer Mike Gorden